Therapie

Die häufigste Therapieform bei trockenen Augen: Augentropfen.

Die Therapie des Sicca Syndroms fokkusiert sich vor allem auf die Behandlung und Linderung der Symptome, da die Ursachen von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein können und auch noch nicht vollends verstanden sind. Hauptsächlich kommen drei verschiedene therapeutische Ansätze zur Geltung: Tränenersatzmittel, Augensprays und Punctum Plugs. Einem Großteil aller Patienten kann hiermit soweit geholfen werden, dass die Beschwerden der trockenen Augen keinen negativen Einfluss mehr auf ihre Lebensqualität haben. Neben den verschiedenen Therapiemöglichkeiten können Sie aber auch selbst etwas tun, um die Beschwerden des Sicca Syndroms lindern. Lesen Sie dazu unsere Tipps für den Alltag. Sie sind sich unsicher, ob Sie am Sicca Syndrom leiden? Informieren Sie sich auf unserer Startseite.

 

Therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung des Sicca-Syndroms
  • Bei leichten Symptomen: Rücksichtnahme im Alltag und bei der Ernährung (ungesättigte Fettsäuren), Vermeidung negativer Umwelteinflüsse.
  • Bei mittelschweren Symptomen: Zusätzliche Anwendung von Tränenersatzmitteln oder Augensprays, Einnahme von Fischöl-Kapseln.
  • Bei schweren Symptomen: Unbedingt zum Arzt! Eventuell ist die Anbringung eines Punctum Plugs sinnvoll.
 

Tipps für den Alltag

Die wohl wichtigsten Faktoren, die die Symptome des Sicca Syndroms beeinflussen, sind Raumluft und Belastung der Augen. Überprüfen Sie also die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumlichkeiten, lüften Sie regelmäßig oder verwenden Sie gegebenenfalls einen Luftbefeuchter. Frische Luft ist sehr wohltuend. Vermeiden Sie unbedingt, dass Ihre Augen einem trockenen Luftstrom ausgesetzt sind und verzichten Sie weitesgehend auf eine Klimaanlage. Auch trockene Heizungsluft im Auto kann auf Dauer sehr belastend sein für Ihre trockenen Augen.

Lange Arbeiten am Computer lassen sich leider oftmals nicht verhindern, aber in Ihrer Freizeit sollten Sie öfter eine Bildschirm-Pause einlegen. Das Auge blinzelt nur einen Bruchteil so häufig, wenn man am Computer sitzt und so ist es für das Auge schwierig den Tränenfilm aufrecht zu erhalten. Bei unvermeidbaren längeren Arbeiten am Bildschirm sollten Sie darauf achten, dass der Raum genügend beleuchtet ist.

Falls Sie Raucher sind ist nun ein guter Zeitpunkt gekommen, damit aufzuhören. Das Rauchen selbst fördert die Entstehung von Symptomen des Sicca Syndroms und der Tabakrauch im Raum trocknet die Augen zusätzlich aus. Ein Vergleich mit Nichtrauchern hat gezeigt: Patienten, die rauchen, zeigen mehr und schwerwiegendere Symptome. Auch die Verwendung von Kosmetika kann problematisch sein: Probieren Sie andere Kosmetika aus oder verzichten Sie komplett auf den Kajalstift und die Wimpertusche.

Es wurde außerdem festgestellt, dass Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss auf die Beschwerden haben, die beim Sicca Syndrom auftreten. Natürliche Lebensmittel, die viele dieser ungesättigten Fettsäuren enthalten sind zum Beispiel: Leinsamen und Leinöl, Lachs und verschiedene Nüsse (Bsp. Walnüsse). Sollten Sie über Ihre Ernährung nicht genügend ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen, kann es sinnvoll sein diese um Fischöl-Kapseln zu ergänzen. Diese enthalten hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren und können bequem über Amazon erworben werden.

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Patienten, die in ihrem Alltag Rücksicht auf ihre Erkrankung nehmen, leben wesentlich beschwerdefreier. Man kann also einiges selbst tun, um die Lebensqualität mit Sicca Syndrom zu steigern. An dieser Stelle sei das Buch „Trockenes Auge: Alles zum Sicca-Syndrom“ der Universitäts Professoren Prof. Dr. Wedrich sowie Prof. Dr. Schmut empfohlen. In diesem sehr ausführlichen Werk wird aus professioneller Sicht das Krankheitsbild für den Laien verständlich erklärt, aktuelle Forschungsergebnisse bezüglich des Sicca Syndroms aufgeführt und Behandlungsmöglichkeiten erläutert. Desweiteren werden viele Verhaltenstipps für einen Alltag mit trockenen Augen gegeben. Für jeden zu empfehlen, der es ganz genau wissen möchte!

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Tränenersatzmittel

Die häufigste Behandlung des Sicca Syndroms erfolgt mit „künstlichen Tränen“. Diese Augentropfen oder -gele enthalten zum großen Teil gereinigtes Wasser und weiterhin ein synthetisches Verdickungsmittel, welches ein schnelles Ablaufen der Flüssigkeit über den Tränen-Nasen-Kanal verhindern soll. Weiterhin wirkt es auch der Verdunstung der Tränenflüssigkeit entgegen. Dabei werden in der Regel Stoffe verwendet wie zum Beispiel Polyvinylalkohol, Carmellose, Hypromellose, Hyaluron oder Povidon. Von der Wirkung unterscheiden sich die einzelne Stoffe nicht, teilweise wird auch eine Kombination aus mehreren Verdickungsmitteln eingesetzt.

Zu erwähnen wären hier die Augentropfen von Eyelike mit natürlicher Hyaluronsäure. Diese von Natur aus im Auge vorkommende Säure wirkt als Verdickungsmittel und sorgt somit für eine Speicherung der Feuchtigkeit im Auge. Besonders Kontaktlinsenträgern seien diese Augentropfen empfohlen, da Kontaktlinsen zu einem verstärkten Austrocknen der Augen führt. Das Tränenersatzmittel wirkt diesem Prozess effektiv entgegen und erhöht damit den Seh- und Tragekomfort der Linsen erheblich.

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Eine Kombination aus zwei verschiedenen Wirkstoffen liefern die Augentropfen Plus von Opticalm. Hier wird die natürliche Hyaluronsäure zusätzlich durch Hypromellose ergänzt. Ebenso wird neben der Befeuchtung des Auges mittels der beiden Verdickungsmittel sichergestellt, dass das Tränenersatzmittel nicht zu schnell verdunstet. Auch diese Augentropfen sind besonders geeignet für Kontaktlinsenträger.

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Anwendungstipps: Augentropfen

Die Anwendung von Augentropfen bedarf etwas Übung und Feingefühl. Natürlicherweise sträubt man sich beim Hineintropfen der Flüssigkeit und oftmals geht eine Menge der Augentropfen daneben. Hilfreich ist es deshalb mit dem Finger das Lid herunterzuziehen und mit dem Auge nicht direkt auf die ankommenen Tropfen zu gucken, sondern einen Punkt darüber zu fixieren. Nach jedem Tropfen sollte man mit mehreren Lidschlägen die künstliche Tränenflüssigkeit verteilen.

Augengele zählen auch zu den Tränenersatzmittel und können im Vergleich zu den genannten Augentropfen einen länger anhaltenden Effekt erzielen. In der Regel enthalten sie Carbomer (Polyacrylsäure) als Verdickungsmittel und sind deshalb wesentlich dickflüssiger als die Tropfen. Somit verdunsten sie auch langsamer als Tropfen. Ein Nachteil bei Gelen ist, dass sie die Sicht behindern können (leicht verschwommenes Sichtfeld) und somit für Kontaktlinsenträger eher ungeeignet sind. Andererseits sind Augengele wie das von VIDISIC durch ihre erhöhte Viskösität besonders lange wirksam bei Patienten, die aufgrund von trockener Klimaanlagenluft oder fortwährendem Luftzug unter dem Sicca Syndrom leiden.

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Anwendungstipps: Augengele

Auch die Anwendung von Augengelen bedarf etwas Übung. Sie werden in der Regel nicht direkt auf das Auge aufgetragen, sondern auf die Innenseite des Augenlids. Durch den Lidschlag kann sich das Augengel so über einen längeren Zeitraum auf dem Auge verteilen und es vor der Austrocknung schützen. Vor allem am Anfang ist es sinnvoll das Gel vorerst sparsam zu verwenden, um dann bei Bedarf die Anwendung zu wiederholen

 

Liposomale Augensprays

Liposomale Augensprays verfolgen einen anderen Ansatz als die genannten Tränenersatzmittel. Sie enthalten (wie der Name schon sagt) Liposomen, also mikroskopisch kleine Fetttropfen. Diese kommen natürlicherweise in der äußersten Schicht der Tränenflüssigkeit im Auge vor und bilden einen enormen Verdunstungsschutz. Da es viele unterschiedliche Liposomen gibt, sollte man darauf achten, dass der Hersteller genau angibt um welches Fett es sich in dem Produkt eigentlich handelt und wie es gewonnen wurde. Häufig eingesetzt werden Phospholipide oder liposomale Isoflavonoide. Auch gibt es beim Einsatz der Konservierungsmittel erhebliche Unterschiede. Es wird empfohlen auf Produkte zu verzichten, welche Natriumhydroxymethylglycinat als Konservierungsmittel enthalten. Dieses wirkt nämlich als Formaldehyd-Freisetzer, welches zwar antibakteriell wirkt aber auch giftig und nervenschädigend (und auf Dauer sogar eventuell allergieauslösend) ist. Patienten mit Sicca Syndrom sollten jede zusätzliche Reizung und Belastung der Augen verhindern. Der Einsatz von Phenoxyethanol hingegen gilt als gesundheitlich unbedenklich, wenn auch nicht ganz so effektiv.

Das Augenspray LipoNit war das erste verfügbare liposomale Augenspray und überzeugt vor allem durch Transparenz. Denn der Hersteller gibt genaue Informationen über das Ausgangsmaterial und eingesetzte Liposom. Es handelt sich dabei um eine 1%-ige Phospholipidlösung, die aus Sojalecithin gewonnen wurde. Phospholipide wirken als Brückenteile zwischen der wässrigen Tränenflüssigkeit und der fettigen Außenschicht, da sie sowohl polare als auch unpolare Eigenschaften besitzen. Konserviert wird das LipoNit Augenspray mittels einer geringen Dosis Phenoxyethanol, welche als unbedenklich gilt. Zusätzlich sind Vitamin A und Vitamin E enthalten, die gegen die Verhornung der der Hornhaut und vor schädlichen freien Radikalen schützen. Das Augenspray kann in Ihrer örtlichen Apotheke oder bequem über Amazon erworben werden.

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Anwendungstipps: Augensprays

Auch Augensprays werden nicht direkt auf das Auge aufgetragen, sondern auf die Innenseite des Augenlids. Durch den Lidschlag können sich so die Liposome über einen längeren Zeitraum auf dem Auge verteilen und es vor der Austrocknung schützen. Dosieren Sie am Anfang sparsam, um bei Bedarf das Augenspray nochmals anzuwenden

 

Punctum Plugs

Bei einer schweren Ausprägung des Sicca Syndroms können so genannte Punctum Plugs (Tränenwegsverschlüsse) helfen. Hierbei wird einer oder beide Tränenkanäle (so genannte Tränenpünktchen) zwischen Auge und Nase, wo die Tränenflüssigkeit abfließt, temporär oder dauerhaft verschlossen. Durch die Reduzierung der abfließenden Flüssigkeit kann der Anteil der körpereigenen Tränenflüssigkeit deutlich erhöht werden. In der Regel können Patienten nach diesem Eingriff die Menge an benötigten Tränenersatzmittel stark mindern oder kommen gar ohne sie aus. Man unterscheidet neben der Länge der Anwendung (auf Zeit oder permanent) weiterhin zwischen teildurchlässigen Punctum Plugs und denen, die den Tränenkanal vollständig verschließen. Es kommen verschiedene Materialien zum Einsatz: medizinischer Silikon, Polymere aus Glykolsäure und/oder Trimethylencarbonat und/oder Acryl, Hydrogel. Alle Punctum Plugs sind natürlich steril und werden in verschiedenen Größen und Durchmessern hergestellt, so dass ein hoher Tragekomfort gewährleistet wird. In extremen Fällen ist es auch möglich die Tränenpünktchen durch Elektrokauterisation dauerhaft zu verschließen.

 

Sicca Syndrom: eine individuelle Erkrankung des Auges

Die Symptome des trockenen Auges sind von Patient zu Patient verschieden. Und so unterschiedlich die Ausprägungen dieser Erkrankung sind, so unterschiedlich sprechen die Menschen auf die einzelnen Therapieansätze an. Dem einem hilft besonders die frische Luft, dem anderen hilft eine Umstellung der Ernährung oder die regelmäßige Verwendung von Tränenersatzmitteln. Diese Info-Seite dient lediglich der Zusammentragung diverser Möglichkeiten, wie man dem Sicca Syndrom entgegnen kann. Sie kann und will keine Gewähr für die perfekte Therapie liefern. Gerne können Betroffene sich über unsere Kommentarfunktion austauschen und ihre ganz eigene Methode vorstellen, die Ihnen geholfen hat. Für persönliche Fragen stehen wir Ihnen auch per Email zur Verfügung unter: info@sicca-syndrom.net

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2 thoughts on “Therapie

  1. Sandra
    12. März 2017 at 15:04

    hey Leute,

    danke für die Buchempfehlung, hat mir echt geholfen. Ich hatte im letzten Jahr ganz schön zu kämpfen mit diesen Siccasyndrom. Nun mit ein paar Tips und täglich Tropfen habe ich keinerlei Probleme mehr! Daumen hoch!!

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  2. jens
    30. Oktober 2017 at 15:40

    es geht auch ohne so augentropfen. ich achte sehr auf meine ernährung und im winter gibt es viel fisch oder eben auch mal eine fischölkapsel. im sommer habe ich so wie so keine probleme mit den augen. langes sitzen am bildschirm ist immer schlecht, aber davon wird man ja eh blöde 😉

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